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Auswandern aus wirtschaftlichen Gründen

Warum immer mehr Deutsche über einen Wegzug nachdenken

Wenn ich mich aktuell im Freundes- und weiteren Bekanntenkreis umhöre, dann fällt mir auf: Die Gespräche haben sich verändert. Früher ging es beim Thema Auswandern um mehr Sonne, Leben am Meer oder wie in meinem Fall um ein neues Abenteuer. Heute höre ich immer öfter etwas anderes – nämlich Zweifel an der wirtschaftlichen Zukunft Deutschlands. Und diese Stimmung ist inzwischen nicht nur subjektiv, sondern auch belegt.

Jeder Fünfte denkt über Wegzug nach

Laut einer Studie des Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (Januar 2026) erwägt rund 20 Prozent der in Deutschland lebenden Menschen, das Land zu verlassen. Bei Menschen mit Migrationsbiografie liegt der Anteil sogar bei knapp 30 Prozent.

Das ist kein Randphänomen mehr. Wenn jeder Fünfte zumindest darüber nachdenkt, ist das ein ernstzunehmendes Signal. Natürlich heißt „darüber nachdenken“ nicht automatisch „auswandern“. Aber es zeigt, dass viele Menschen sich innerlich bereits mit Alternativen beschäftigen.

Wirtschaftliche Gründe werden zum Auslöser

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung sagt, dass die hohe steuerliche Belastung ein zentraler Faktor für Unzufriedenheit ist. Gleichzeitig sind Anfang 2026 erneut die Sozialabgaben gestiegen, die Beitragsbemessungsgrenze liegt inzwischen bei 5.812,50 Euro. Und es ist nicht auszuschließen, dass es in Deutschland in diesem Jahr zu einer weiteren Steuererhöhung kommt.

Parallel dazu zeigen Daten des Statistisches Bundesamt, dass viele Fachkräfte die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen inzwischen kritisch sehen – vor allem wenn es um Vermögensaufbau, Wohneigentum und langfristige Planung oder Altersabsicherung geht.

Die Kombination aus hoher Abgabenlast, steigenden Lebenshaltungskosten, Wohnungsnot und strukturellen Problemen wie Fachkräftemangel oder hoher Energiepreise wirft bei vielen für die Frage auf: Entwickelt sich dieses Land noch in die richtige Richtung?

Auswanderung als Ausdruck von Unsicherheit

Deutschland steht nicht vor einem wirtschaftlichen Zusammenbruch. Aber das Vertrauen in die Zukunft bröckelt in der Bevölkerung immer mehr.

Wenn wirtschaftliche Gründe – Steuern, Lebenshaltungskosten, Sicherheit für die eigene Familie – immer häufiger als Motivation genannt werden, dann verändert sich auch die Art der Auswanderung. Eben weg vom Abenteuer hin zur Vernunftsentscheidung für die Zukunft.

Dass es woanders nicht automatisch besser ist, steht auf einem anderen Blatt. Aber die Tatsache, dass sich so viele Menschen diese Frage inzwischen ernsthaft stellen, sagt viel über die aktuelle Stimmung im Land aus.

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11 Kommentare zu „Auswandern aus wirtschaftlichen Gründen“

  1. Moin,
    auch ich beschäftige mich schon länger damit, aus wirtschaftlichen Gründen auszuwandern. Ich bin 70, habe Familie, mein Sohn ist 8 Jahre jung und ich muss arbeiten, da meine schmale Rente nicht reicht um unser Leben zu stemmen. Meine Frau stammt aus Honduras. Sie hat Heimweh. Mein Sohn und ich sprechen auch Spanisch. Nun, dass eine ist die Idee mit wenig Geld gut leben zu können. Die Realität sieht anders aus. Entbehrungen wie Wasser und Strom Einschränkungen, Importware teuer usw. Ein Auswandern beginnt aber immer mit der Organisation z.B. Anträge stellen, Unterkunft besorgen und wichtig Container organisieren. Container sind teuer. Also vor dem eigentlichen Auswandern muss ordentlich investiert werden und daran scheitert es meistens.

    1. Vielen Dank für Ihren Kommentar. Sie erwähnen einen absolut richtigen Punkt: Eine Auswanderung und der Neustart in einem anderen Land kosten Geld und viel Energie. Ich glaube am Ende muss man für sich und seine Familie langfristig entscheiden – welche Vorteile es auf Dauer hat im neuen Land zu leben. Und wie Sie richtig schreiben: Es ist elementar vorher genau zu prüfen, wenn zum Beispiel der Hauptgrund „günstigere Lebenshaltungskosten“ sind, wie die sich wirklich im neuen Land gestalten. Gerade europaweit haben sich in den letzten Jahren die Preise erhöht und ich erlebe immer wieder, wie Auswanderer auch gängigen Klischees aufgesessen sind, die heute nicht mehr gelten. Deshalb immer die aktuellen Preise vor Ort vorab prüfen und sich mit Einheimischen darüber austauschen. Empfehlen kann ich zum Beispiel diese Seite: https://www.numbeo.com/cost-of-living/

  2. Ich halte eine Auswanderung auf Basis einer Hinzumotivation besser, als wenn dies wegen wegvon (Flucht) geschieht. Denn dann besteht eine große Gefahr, daß man das Zielland nicht sorgfältig genug ausgewählt hat und nach einer Weile dann auch dort wieder weg will. Bei einer Einwanderung in ein anderes Land will ich mich ja verbessern.
    Das fatale ist aber, das gerade der fortgesetzte wirtschaftliche, kulturelle und moralische Niedergang Deutschlands die Flucht für Leistungsträgern besonders attraktiv macht.

    1. Der Gedanke der Hinzumotivation statt einer reinen Weg-von-Motivation erscheint mir sehr wichtig. Wer nur aus Frust oder Flucht auswandert, läuft tatsächlich Gefahr, das Zielland nicht sorgfältig genug auszuwählen – und nach einiger Zeit festzustellen, dass auch dort nicht alles den Erwartungen entspricht.

      Gleichzeitig lässt sich aber kaum übersehen, dass der wirtschaftliche und kulturelle Niedergang Deutschlands viele Menschen überhaupt erst dazu bringt, sich ernsthaft mit dem Thema Auswanderung zu beschäftigen. Gerade unternehmerisch denkende Menschen stellen sich zunehmend die Frage, wo sie langfristig bessere Rahmenbedingungen finden.

      Entscheidend ist aus meiner Sicht daher, diesen Schritt möglichst bewusst zu gehen. Eine interessante Möglichkeit kann sein, ein Land zunächst im echten Alltag kennenzulernen – gewissermaßen „Auswandern auf Probe“, bevor man endgültige Entscheidungen trifft.

      Denn am Ende geht es weniger um Flucht oder Idealbilder, sondern um die ehrliche Frage:
      Wo kann ich mir wirklich ein stimmiges Leben aufbauen?

    2. Mit beiden Punkten hast du aus meiner Sicht absolut recht. Die Hinzumotivation sollte auf jeden Fall stärker sein. Dass im neuen Land alles besser ist als in der alten Heimat halte ich für einen Trugschluss – man muss immer Abstriche mache. Die Frage ist einfach: Was sind die eigenen Prioritäten. Und gerade wenn es um die Lebenshaltungskosten geht, ist das für viele einfach ein ausschlaggebender Punkt inzwischen geworden. Auch wenn es bedeutet, dass man dann im neuen Land möglicherweise eine schlechtere Gesundheitsversorgung hat.

  3. Das Abenteuer Auswanderung ist eine sehr persönliche und emotionale Entscheidung. Meine Familie und ich haben lange darüber nachgedacht. Zuerst stand die Sehnsucht nach Veränderung im Vordergrund. Die wirtschaftliche und auch gesellschaftliche Situation waren am Ende jedoch mit ausschlaggebend. Als Kleinunternehmer mit Angestellten sind wir trotz gutem Wirtschaften und hohem Kundenaufkommen von den Kosten aufaufgefressen worden. Unsere Zukunft und unsere Energie sind in vielen Bereichen in diesem Land einfach vergeudet. Deutschland hat nicht in seine Bevölkerung und Zukunft investiert und das gepaart mit schlechtem Wetter, macht es uns leicht, den Schritt in ein anderes Land zu wagen. Sicher gibt es überall Hürden und Probleme, aber an manchen Orten lässt es sich Dank besseren Klima und freundlicheren Menschen damit besser leben

    1. Ihr beschreibt etwas, das vermutlich viele Unternehmer und Selbstständige derzeit ähnlich empfinden. Oft beginnt der Gedanke ans Auswandern mit einer Sehnsucht nach Veränderung – und erst später kommen wirtschaftliche oder gesellschaftliche Gründe hinzu, die diesen Gedanken verstärken.

      Gerade für Menschen, die Verantwortung tragen und etwas aufbauen wollen, ist es frustrierend, wenn immer mehr Energie in Bürokratie, Kosten und Unsicherheit gebunden wird, statt in Ideen und Zukunft.

      Gleichzeitig glaube ich, dass Auswandern langfristig nur dann funktioniert, wenn es nicht nur eine Weg-von-Entscheidung, sondern auch eine Hinzu-Entscheidung ist. Ein neues Land bringt immer auch eigene Herausforderungen mit sich.

      Deshalb finde ich den Gedanken interessant, ein Land zunächst im echten Alltag kennenzulernen – gewissermaßen „Auswandern auf Probe“ –, bevor man endgültige Entscheidungen trifft. Denn letztlich geht es nicht nur darum, etwas hinter sich zu lassen, sondern einen Ort zu finden, an dem sich Leben und Arbeit wieder stimmig anfühlen.

  4. Auswandern ist für mich schon lange ein Thema. Anfänglich war es das Abenteuer, neue Welten entdecken. Heute ist es in jedem Fall auch zu einem weg-von geworden.

    Ich habe in Deutschland meine 40 Jahre gearbeitet und das System brav unterstützt. Jetzt vor der Rente muss ich erkennen, dass bei einem bis dato immer ausreichenden Verdienst eine durch zahlreiche meist versteckte Kürzungen und auch staatliche Zweckentfremdungen ein Rente entstanden ist, die mir die Mittel für ein finanzielles nur halbwegs entspanntes Leben nicht mehr gewährleistet. Die Konsequenzen wären, Haus verkaufen, Auto verkaufen und damit die über die Rente hinausgehenden Kosten aus diesen Rücklagen zu finanzieren.

    Damit wurde uns klar, wenn wir auch noch halbwegs entspannt leben wollen, ist Deutschland nicht mehr der passende Ort für uns. Selbst wenn ich weiterarbeite (was eh der Fall ist), fressen mir die Steuern und die Abgaben wieder die Hälfte weg. Und dann ist da durchaus auch noch das Klima.

    Deswegen, wir sind ab Ende des Jahres auf Teneriffa. Viel mehr Sonne, niedrigere Steuern, günstige Krankenversicherung bei guter Qualität des Systems (was in Deutschland auch keine Garantie mehr ist – und da spreche ich aus Erfahrung), entspanntere Lebensweise und vielleicht auch etwas weniger Bürokratie. Nein, wir haben keine Illusionen, daß woanders Alles besser ist, aber wir wollen noch Lebensqualität. Und deswegen ist unser weg-von doch ein-hin zu.

    1. Vielen Dank für Ihren Bericht, der den Zahlen aus dieser zitierten Studie ein konkretes Bild geben. Ich kann Ihre Punkte absolut nachvollziehen, auf der anderen Seite ist es natürlich bedenklich, wenn die Situation nach 40 Jahren Arbeit in Deutschland so aussieht. Alles Gute für den Neustart auf Teneriffa!

  5. Ich bin vor 26 Jahren nach Irland ausgewandert aus voellig anderen Gruenden. Damals wusste ich absolut garnichts vom Land und bin ohne jeden Plan hier mit einer 5 kilo tasche gelandet.
    Ich hatte viel Glueck, hab mir eine Karriere aufgebaut, ein kleines Haus gekauft und habe gute Freunde (die besten sind deutsche Frauen, da ist doch eine andere Verbindung).
    In dieser Zeit habe ich viele Veraenderungen erlebt, recently auch viele negative. ich sehe hier viele trends die wohl global sind: sehr viel weniger offenheit und toleranz gegenueber „fremden“, neid, die connections unter den Iren stirbt definitiv mit den alten Menschen aus.
    Ich denke, man kann sich gut vorbereiten auf ein auswandern (anders als ich!), es sind aber oft die kleinen, alltaeglichen dinge im Zuzugsland die muede machen und frustrieren. Dem klimawechsel wird niemand entgehen, und wir hatten hier seit ueber 60 Tagen dauer regen.
    Fuer mich wars richtig auszuwandern, aber ich treffe mittlerweile viele Deutsche die sich nach Deutschland sehnen.
    Ich wuensche jedem den Mut, seinen Traeumen zu folgen.

  6. Ich überlege auch ernsthaft die nächsten ein bis zwei Jahre nach Griechenland auszuwandern. Innerhalb der EU ist das relativ einfach möglich. Das habe ich Alles geprüft. Ich werde im Mai 58 und kann vermutlich im diesem oder im nächsten Jahr aus meinem Job aussteigen so dass ich nicht mehr Arbeiten muss.
    Mittlerweile entwickelt sich der „kleine“ Grund der zu hohen Lebenshaltungskosten in Deutschland zu einem immer schlagkräftigen Argument.
    Ich fühle mich in Deutschland auch nicht mehr so richtig wohl. Zu den hohen Lebenshaltungskosten kommt noch eine erodierende Sicherheitslage. Und die politische Entwicklung in diesem Land in den letzten Jahren gibt einem nicht wirklich Hoffnung dass das Land in eine gute vielversprechende Zukunft geht. Das ist auch nicht mehr das Deutschland das ich kenne … wo ich aufgewachsen bin.
    Griechenland mag vielleicht bei einigen Dingen etwas rückständig sein; aber die Vorteile überwiegen hier doch ganz klar. Es ist ein wunderschönes Land mit einem wunderbaren Klima und tollen Menschen. Ich kriege immer wieder Kraft und Energie wenn ich dort bin … was ich von Deutschland nicht sagen kann.

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