Seitdem ich den EINFACH AUSSTEIGEN Länderkompass veröffentlicht habe, ist mir etwas aufgefallen. Viele Menschen suchen nicht nach einem passenden Auswanderungsland. Sie suchen nach dem perfekten Auswanderungsland.
Das klingt auf den ersten Blick nachvollziehbar. Schließlich geht es bei einer Auswanderung um eine der größten Entscheidungen des Lebens. Wer möchte da schon einen Fehler machen?
Doch genau dieser Wunsch nach Perfektion wird für viele zur größten Hürde.
In den E-Mails meiner Hörer, in Gesprächen mit Auswanderern und auch in den Ergebnissen des Länderkompasses tauchen immer wieder ähnliche Wünsche auf. Das neue Land soll sicher & die Menschen freundlich sein. Die Lebenshaltungskosten sollen niedrig, das Wetter ganzjährig angenehm, die Bürokratie unkompliziert sein, und die Steuern sollen niedrig sein. Nicht zu vergessen: Man legt natürlich Wert auf ein gutes Gesundheitssystem und eine stabile Infrastruktur.
Am besten soll alles gleichzeitig erfüllt werden.
Das Problem dabei: Ein solches Auswanderungsland gibt es nicht.
Kein Land ist ohne Nachteile
Jedes Land hat seine Stärken. Und jedes Land hat seine Schwächen. Wer in die Schweiz auswandert, genießt die tollen Städte und Natur, Sauberkeit, Lebensqualität, entspanntere Menschen und gute Job-Möglichkeiten. Dafür sind die Immobilienpreise exorbitant hoch, Kita-Gebühren in manchen Regionen schier unbezahlbar und die Schweizer-Mentalität eher zurückhaltend.
Thailand begeistert mit Lebenshaltungskosten, Wetter und Gastfreundschaft. Gleichzeitig können Visa-Regeln, Bürokratie oder Sprachbarrieren nicht passen.
In Irland liebe ich die Natur, die Gelassenheit und das Leben auf dem Land. Dafür muss ich mit viel Regen und teilweise hohen Kosten leben. Das Gesundheitssystem ist nicht vergleichbar mit Deutschland und wer auf dem Land wohnt hängt oft auch nicht am Wassernetz.
Dasselbe gilt für Kanada, Spanien, Mexiko, Namibia, Australien, Dubai etc. Überall gibt es einen, zwei oder mehr „Haken“.
Es gibt kein Land ohne Nachteile.
Immer mehr Auswanderungsträume scheitern nicht am Geld, Visa oder fehlenden Job-Möglichkeiten. Sie scheitern daran, dass Menschen gedanklich auf die perfekte Lösung warten. Sie vergleichen Auswanderungsländer so lange miteinander, bis keines mehr gut genug erscheint. Am Ende bleibt man, wo man ist und begräbt seinen Traum.
Erfolgreiche Auswanderer stellen eine andere Frage
Dabei stellen erfolgreiche Auswanderer meist eine ganz andere Frage: Nicht „Welches Land ist perfekt?“, sondern „Mit welchen Nachteilen kann ich gut leben?“ Wo kann ich Kompromisse machen und wo nicht?
Denn Auswandern bedeutet nicht, ein perfektes Leben zu finden. Es bedeutet, zu wissen, auf was man verzichten kann und auf was nicht.
Vielleicht sind dir niedrige Steuern und viel Sonne wichtiger als perfekte Infrastruktur. Vielleicht steht Familienfreundlichkeit über Karrierechancen. Vielleicht möchtest du einfach mehr Natur, auch wenn das bedeutet, weiter vom nächsten Krankenhaus entfernt zu wohnen.
Wer seine Prioritäten kennt, findet schneller ein passendes Auswanderungsland. Wer dagegen darauf wartet, dass alle Kriterien gleichzeitig erfüllt werden, kann ewig warten. Manchmal sogar ein Leben lang.
Deshalb mein Rat: Suche nicht nach dem perfekten Auswanderungsland. Suche nach dem Land, dessen Schwächen du akzeptieren kannst und dessen Stärken zu deinem Leben passen.
Wenn du bei der Suche nach deinem Auswanderungsland Unterstützung brauchst, dann schau dir den Einfach Aussteigen CLUB an. Dort triffst du auf Menschen, die bereits im Ausland leben oder gerade dabei sind, diesen Schritt zu gehen. Wir tauschen uns aus, teilen unsere Erfahrungen und helfen uns gegenseitig, bessere Entscheidungen zu treffen.


