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Auto mitnehmen beim Auswandern

Lohnt sich das wirklich?

Wer auswandert, stellt sich früher oder später die gleiche Frage: Nehme ich mein Auto mit oder verkaufe ich es lieber?

Die Überlegung dahinter ist eigentlich logisch. Man hat das Auto bereits, kennt den Zustand und denkt sich, dass es vermutlich einfacher und am Ende auch günstiger ist, es einfach mitzunehmen, statt sich im Ausland erst wieder ein neues Fahrzeug zu suchen.

Genau diese Frage wird mir auch immer wieder gestellt. In der Realität zeigt sich allerdings, dass das Auto mitzunehmen zwar nach der einfacheren Lösung klingt, in vielen Fällen aber deutlich mehr Aufwand, Kosten und Probleme mit sich bringt, als man vorher denkt.

Was grundsätzlich gilt, wenn du dein Auto mitnimmst

Innerhalb der EU ist es grundsätzlich möglich, ein Fahrzeug mitzunehmen. Dauerhaft mit deutschem Kennzeichen fahren darf man allerdings nicht.

In der Praxis bedeutet das, dass du dein Auto nach einer gewissen Zeit im neuen Land anmelden musst. In den meisten Fällen liegt diese Frist bei maximal sechs Monaten. Für die Anmeldung ist in der Regel eine technische Prüfung notwendig, vergleichbar mit dem TÜV in Deutschland. Außerdem werden verschiedene Unterlagen benötigt, die teilweise übersetzt oder neu ausgestellt werden müssen.

Ein wichtiger Punkt, der häufig übersehen wird: Sobald du dich in Deutschland abmeldest, wird auch dein Auto zum Thema. Du kannst kein Fahrzeug mehr neu auf dich zulassen, und bestehende Fahrzeuge müssen mittelfristig umgemeldet werden.

Das bedeutet, dass die Abmeldung und der Umgang mit deinem Auto zeitlich aufeinander abgestimmt sein müssen.

Warum sich der Import oft nicht rechnet

Viele unterschätzen die tatsächlichen Kosten und den Aufwand, der mit einem Fahrzeugimport verbunden ist. Neben der reinen Ummeldung entstehen oft zusätzliche Kosten durch technische Prüfungen, mögliche Anpassungen am Fahrzeug und eine neue Versicherung. Gerade bei importierten Fahrzeugen sind Versicherungen in vielen Ländern teurer als bei lokal zugelassenen Autos.

Dazu kommt ein Punkt, der selten offen angesprochen wird: Importierte Fahrzeuge haben in vielen Ländern einen geringeren Marktwert. Sie entsprechen nicht immer dem lokalen Standard, unterscheiden sich in Ausstattung oder Motorisierung und sind für potenzielle Käufer oft weniger attraktiv.

Das kann dazu führen, dass du dein Auto später schlechter oder nur mit Verlust wieder verkaufen kannst.

Typische Probleme, die in der Praxis auftreten

Ein häufiger Fehler betrifft die Versicherung. Viele gehen davon aus, dass sie mit ihrer deutschen Kfz-Versicherung noch einige Monate im Ausland fahren können. Tatsächlich decken die meisten Versicherungen aber nur vorübergehende Auslandsaufenthalte ab, etwa Urlaubsreisen. Sobald dein Lebensmittelpunkt im Ausland liegt, kann der Versicherungsschutz eingeschränkt sein oder ganz entfallen. Im schlimmsten Fall stehst du bei einem Unfall ohne gültigen Versicherungsschutz da.

👉 Ein weiterer Punkt ist das sogenannte CoC-Papier, also das Certificate of Conformity. Dieses Dokument bestätigt, dass dein Fahrzeug den EU-Normen entspricht und wird für die Anmeldung im Ausland häufig benötigt. Viele Fahrzeughalter besitzen dieses Dokument nicht mehr. In diesem Fall muss es beim Hersteller nachbestellt werden, was zusätzliche Kosten verursacht. Ohne CoC ist oft eine aufwendige Einzelabnahme notwendig.

👉 Auch im Alltag können Probleme auftreten, an die viele vorher nicht denken. Nicht jedes Fahrzeug lässt sich in jedem Land gleich problemlos warten. In kleineren Märkten oder ländlichen Regionen kann es vorkommen, dass Ersatzteile schwer verfügbar sind oder Werkstätten wenig Erfahrung mit bestimmten Modellen haben. Das führt zu längeren Wartezeiten und höheren Kosten.

👉 Hinzu kommen technische Unterschiede zwischen den Ländern. In Südeuropa spielen beispielsweise Umweltzonen und Abgasvorschriften eine größere Rolle, während in skandinavischen Ländern andere technische Anforderungen gelten können. Ein Fahrzeug, das in Deutschland problemlos genutzt werden kann, ist im Ausland unter Umständen eingeschränkt.

👉 Ein besonders häufiger Fehler betrifft den sogenannten Umzugsgut-Status. Damit ein Fahrzeug steuerfrei eingeführt werden kann, muss es in der Regel bereits seit mindestens sechs Monaten auf den Auswanderer zugelassen und auch genutzt worden sein. Wer sich kurz vor der Auswanderung noch ein neues Auto kauft, erfüllt diese Voraussetzung meist nicht und muss im Zielland zusätzliche Steuern zahlen.

Länderbeispiele aus der Praxis

Wie aufwendig und sinnvoll ein Fahrzeugimport ist, hängt stark vom jeweiligen Zielland ab.

🇮🇪 In Irland lohnt sich der Import in den meisten Fällen nicht. Dort fällt eine vergleichsweise hohe Registrierungssteuer an, und Versicherungen für importierte Fahrzeuge sind oft deutlich teurer. Hinzu kommt, dass Linkslenker auf dem irischen Markt weniger gefragt sind, was sich negativ auf den Wiederverkaufswert auswirkt.

🇨🇭 In der Schweiz ist die Situation etwas anders. Hier kann sich der Import unter bestimmten Voraussetzungen lohnen, insbesondere wenn das Fahrzeug als Umzugsgut anerkannt wird. Gleichzeitig sind die technischen Anforderungen hoch, und die Einhaltung von Fristen ist entscheidend.

🇮🇹 In Italien ist der Import grundsätzlich möglich, allerdings mit einem vergleichsweise hohen bürokratischen Aufwand verbunden. Die Prozesse können sich hinziehen, und insbesondere in größeren Städten spielen Umweltzonen eine Rolle, die ältere Fahrzeuge einschränken.

🇸🇪 Schweden gilt als gut organisiert, dennoch ist der Import kein Selbstläufer. Vor der Anmeldung muss eine kostenpflichtige Ursprungskontrolle durch die Verkehrsbehörde erfolgen, was mehrere Wochen dauern kann. Zudem fallen Gebühren für die technische Registrierungsprüfung an. Besonders bei neueren Verbrennern kann die schwedische Malus-Steuer die Unterhaltskosten in den ersten Jahren massiv in die Höhe treiben, weshalb sich der Import finanziell oft nur bei Elektroautos oder älteren Modellen wirklich rechnet.


Warum ein Verkauf oft die bessere Lösung ist

Auch wenn es zunächst unlogisch erscheint, ist es in vielen Fällen sinnvoller, das Auto vor der Auswanderung in Deutschland zu verkaufen und im Zielland ein neues Fahrzeug zu kaufen.

Der größte Vorteil liegt im deutlich geringeren Aufwand. Man vermeidet den gesamten Importprozess, spart sich technische Anpassungen und hat es bei Versicherung und späterem Verkauf einfacher. Zudem entspricht ein lokal gekauftes Fahrzeug in der Regel den landestypischen Anforderungen und ist auf dem Markt besser integriert.

Selbst wenn die Preise im Ausland höher sind, relativiert sich dieser Unterschied oft durch die eingesparten Kosten und den geringeren organisatorischen Aufwand.

 

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